Über das Museum - Geschichte und Standort

Die Familie Käppeli – 400 Jahre Heimatverbundenheit

Die Geschichte der Familie Käppeli lässt sich bis ins Jahr 1580 zurückverfolgen. Ab 1661 in Merenschwand ansässig, entwickelte sich aus einer Bauernfamilie ein Geschlecht, das das wirtschaftliche, handwerkliche und kulturelle Leben der Region wesentlich prägte. Ob als Schneider, Schmiede, Schreiner, Unternehmer oder Musiker – die Käppelis waren stets aktiv und engagiert.

Das Familienwappen zeigt symbolisch das Käppeli zwischen Merenschwand und Rüti – Sinnbild für Wurzeln und Zusammenhalt. Bemerkenswert: Alle heute lebenden Käppeli weltweit gehen auf diese eine Stammlinie zurück.

Das Käppeligut – ein Glücksfall für die Region

Über Jahrzehnte hinweg blieb das Käppeligut unbewohnt – und damit fast unverändert. Nach dem Dorfbrand von Isenbergschwil im Jahr 1797 errichtete der damalige Besitzer Joseph Ineichen das neue Gebäude erstmals mit einem Ziegeldach statt mit Stroh – ein wichtiger Impuls für den Brandschutz in der Region.

Das heutige Haus wurde um 1802 fertiggestellt, um 1850 kam es in den Besitz der Familie Käppeli. Mit der Restaurierung durch Dr. Franz Käppeli (1982/83) traten die hervorragend erhaltene Bausubstanz und viele historische Details zutage, etwa die ursprünglichen Zugläden oder gotischen Fensterformen der Südfassade, die wiederhergestellt wurden.

Heute steht das Käppeli-Haus unter eidgenössischem Denkmalschutz und präsentiert sich als Privatmuseum mit Objekten aus dem Haus, dem Besitz der Familie und aus der Umgebung.

Dr. Franz Käppeli – Aufstieg und Vermächtnis

Dr. Franz Käppeli steht in der Familiengeschichte als herausragende Persönlichkeit. Mit Bildung, Unternehmergeist und einem tiefen Sinn für Verantwortung verwirklichte er nicht nur persönliche Erfolge, sondern gab der Region und ihrer Kultur entscheidende Impulse:

  • Neunutzung des Klosterflügels «Singisenflügel», der bis 2012 als Verwaltungsgebäude der Gemeinde Muri genutzt wurde. Der renovierte Singisenflügel wurde in der Folge Heimat verschiedener Museen: MMBM – Museum für medzinhistorische Bücher Muri, Klostermuseum, Caspar-Wolf-Museum sowie der Verwaltung von Murikultur.
  • Jährliche Betriebsbeiträge an die Museum MMBM und Klostermuseum bis ins Jahr 2037
  • Förderung alternativer Energien in der Gemeinde Geltwil
  • Wissenschaftliche Erarbeitung der Geschichte Kloster Muri

Sein Wirken zeigt, wie aus regionalen Wurzeln Innovation, Gemeinsinn und bleibende Werte erwachsen können.

Der Standort an einer geschichtsträchtigen geografischen Lage

Das Käppeligut befindet sich am Weg Isenbergschwil 37 in Geltwil, im Aargauer Freiamt. An dem Ort, wo eine der letzten Schlachten im Sonderbundskrieg stattgefunden hat.

Geschichte - Hintergrund

Das Käppeligut in Geltwil‑Isenbergschwil liegt in einer Region, die seit dem Mittelalter von Habsburgern, dem Kloster Muri und später vom Kanton Aargau geprägt wurde. Das um 1800 neu erbaute Bauernhaus überstand die Zeit fast unverändert und erzählt von bäuerlichem Alltag, politischem Wandel und der Entwicklung der Strohindustrie im Freiamt. Heute ist es als sorgfältig restauriertes Privatmuseum ein Denkmal regionaler Baukultur und Ausdruck des Engagements der Familie Kappeli für Geschichte, Heimat und Gemeinsinn.

Habsburgerzeit 12. Jh - 1415

Politik

Habsburger als Landesherren; 1027 Gründung Kloster Muri

Gesellschaft

Ständische Gesellschaft, grundherrliche Abhängigkeit; Bauern als Untertanen

Strohindustrie

Getreideanbau, Roggen / Weizenstroh als Rohstoff; bäuerliche Eigenversorgung

Käppeligut

Klösterlich geprägtes Bauernland frühe Siedlungen Geltwil/Isenbergschwil

Freie Ämter 1415-1798

Politik

Gemeine Herrschaft; Bündnisse Frankreich; Schweizer Söldner

Gesellschaft

Konfessionelle Spannungen; Geldzufluss aus Söldnerdiensten, erste Aufsteiger

Strohindustrie

Ab 16. Jh.: Strohflechten als Hausfleiss; Ende 18. Jh.: Förderung Pfarrer Hediger

Käppeligut

Ab 1580: Anfänge Familie Käppeli; ab 1661 Merenschwand; Bauern / Handwerker

Helvetik/Kanton Baden 1798–1803

Politik

Helvetische Republik; starker französischer Einfluss

Gesellschaft

Revolutionäre Ideen, Aufhebung alter Privilegien; Kriegs/Steuerlast

Strohindustrie

Um 1800: wichtiger Zuverdienst; erste Handelsstrukturen, vernetzte Heimarbeit

Käppeligut

1797 Dorfbrand Isenbergschwil; Neubau Käppeli-Haus mit Ziegeldach (J. Ineichen, 1802)

Kanton Aargau ab 1803

Politik

Napoleonische Mediationsakte; Freiamt Teil des Kantons

Gesellschaft

Übergang zu Bürgergesellschaft: Schulwesen, Industrialisierung

Strohindustrie

19. Jh.: Aufstieg Stroh/ Hutindustrie (Zentrum Wohlen); 20. Jh.: Niedergang; heute Strohmuseum

Käppeligut

Ca. 1850: Haus im Besitz Fam. Käppeli; 1982/83 Restaurierung; Symbol für Heimat und Kulturengagement

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