Angebot

Auf den Spuren von Dr. Franz Käppeli, Unternehmer, Stifter und Heimatfreund, erzählt das Käppeligut von unternehmerischem Pioniergeist und gelebter Verantwortung für Baukultur, Geschichte und die Region.

Für wen ist das Käppeligut?

Für Schulklassen, Seniorinnen und Senioren, Menschen aus der Region und kulturinteressierte Gäste, die das Leben und Arbeiten im Freiamt von früher an einem authentischen Ort entdecken möchten.

Führungen

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Schulklassen finden im Käppeligut einen vielseitigen Lernort zu Alltag, Landwirtschaft, Handwerk und Nachhaltigkeit, der den Lehrplan mit anschaulichen Erfahrungen verbindet.

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Für die Bevölkerung aus dem Freiamt ist das Käppeligut ein Stück lebendige Heimatgeschichte – ein Haus, das zeigt, wie hier gelebt, gearbeitet und gefeiert wurde.

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Das Käppeligut steht allen offen, die neugierig sind auf das Leben im Freiamt vor rund 200 Jahren und auf die Geschichte einer Familie, die ihre Wurzeln bewahrt.

Zehn Aspekte – was das Käppeligut erzählt

Haus des Alltags, der Erinnerung und der stillen Geschichten

Die folgenden zehn Aspekte öffnen verschiedene Türen zum Käppeligut: Sie zeigen, wie eine Bauernfamilie früher gewohnt, gearbeitet und ihren Alltag organisiert hat – und welche Fragen sich daraus für unsere Gegenwart ergeben.

Von Haushalt und Heimarbeit über Kinderrollen, Glaube und Militärdienst bis zu Innovation und Nachhaltigkeit laden die kurzen Texte dazu ein, den Rundgang im Haus mit eigenen Erfahrungen und heutigen Lebenswelten zu verbinden.

 

«Häuser bewahren nicht nur Mauern, sondern
Erinnerungen an das Leben, das sie getragen hat.»

Unbekannt

1 – Haushalten im Allgemeinen

Im Käppeligut organisierte eine Familie alles Nötige zum Überleben selbst – ohne Supermarkt, Strom und Wasser aus der Leitung. Vorräte, Kleidung, Werkzeuge und Energie mussten geplant, hergestellt und über längere Zeit gesichert werden. Der Aspekt lädt dazu ein, den eigenen Alltag mit dieser früheren Form des Haushaltens zu vergleichen.

2 – Stube: Wohnen und Arbeiten

Die Stube war Herz des Hauses: Hier wurde gearbeitet, gegessen, beraten, gebetet – und oft auch geschlafen, alles in einem Raum. Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben waren räumlich kaum getrennt und prägten den Alltag der ganzen Familie. Der Aspekt öffnet den Blick dafür, wie stark sich unsere heutige Raumaufteilung und unser Bedürfnis nach Privatheit verändert haben.

3 – Küche und Vorräte: Nichts vergeuden

In der Küche entschied sich, ob die Vorräte über den Winter reichten – jedes Stück Brot und jeder Rest musste sinnvoll genutzt werden. Haltbarmachen, Einteilen und Weiterverwerten gehörten zur täglichen Überlebensarbeit. Der Aspekt macht sichtbar, wie sorgfältig mit Lebensmitteln umgegangen wurde und stellt Fragen an unseren heutigen Umgang mit Food Waste.

4 – Heimarbeit: Arbeiten im Haus für den Markt

Heimarbeit machte das Haus zur kleinen „Fabrik“: Vor allem Frauen und Kinder arbeiteten nach Feldarbeit und Haushalt weiter für Händler und Märkte. Strohflechten, Textilarbeit oder Reparaturen brachten zusätzliches Einkommen, bedeuteten aber auch lange Arbeitstage und wenig Schutz. Der Aspekt knüpft an heutige Erfahrungen mit Homeoffice und der Vermischung von Berufs- und Privatleben an.

5 – Kinderarbeit und Rollen im Haus

Kinder galten selbstverständlich als Arbeitskräfte: Sie hüteten Tiere, holten Wasser, halfen auf dem Feld und in der Heimarbeit – Spielen und Schule waren zweitrangig. Die Arbeitsteilung im Haushalt folgte klaren Rollen, die aus heutiger Sicht oft als belastend erscheinen. Der Aspekt regt dazu an, Kinderrechte, Care-Arbeit und familiäre Verantwortung neu zu betrachten.

6 – Haushalten heute

Vieles im historischen Haushalt wirkt aus heutiger Perspektive hart, macht aber auch sichtbar, wie sorgfältig mit Ressourcen, Zeit und Arbeit umgegangen wurde. Der Aspekt lädt dazu ein, aktuelle Gewohnheiten zu prüfen: Was lässt sich vom Reparieren, Teilen und Planen lernen – und welche Belastungen von damals würden wir heute klar ablehnen?

7 – Militärdienst und Alltag zuhause

Wenn Männer über Monate im Militär- oder Fremddienst waren, mussten Frauen, Kinder und ältere Menschen ihre Arbeit mit übernehmen – oft ohne Anerkennung und Absicherung. Fehlende Arbeitskräfte bedeuteten Mehrbelastung, wirtschaftliche Risiken und Unsicherheit für den Hof. Der Aspekt zeigt, wie politische Pflichten in den Alltag eingriffen und wirft Fragen nach Gerechtigkeit und Verteilung von Lasten bis heute auf.

8 – Beten und Arbeiten

Glaube war im Alltag ständig sichtbar: Kreuze, Gebete, Feiertage und Bräuche gaben dem harten Arbeitsrhythmus Struktur und Deutung. Arbeit, Dankbarkeit und Hoffnung waren eng mit religiösen Vorstellungen verbunden. Der Aspekt öffnet den Raum, über eigene Quellen von Halt, Struktur und Sinn nachzudenken – ob religiös, familiär oder ganz anders.

9 – Innovation und Inspiration

Auch im Käppeligut erfanden Menschen laufend kleine Verbesserungen – clevere Lösungen, die Arbeit klüger machten, nicht nur härter. Vom durchdachten Möbel bis zur Arbeitsorganisation in der Heimarbeit zeigt sich viel Erfindungsgeist im Kleinen. Der Aspekt versteht das Käppeligut als Inspirationsort: Wie können wir heute mit ähnlicher Kreativität unseren Alltag und unsere Umgebung gestalten?

10 – Nachhaltigkeit

Aus Mangel entstand im Käppeligut eine konsequente Kultur des Reparierens, Weiterverwendens und Teilens – nicht als Trend, sondern als Notwendigkeit. Kaum etwas wurde weggeworfen, vieles erhielt eine zweite oder dritte Funktion. Der Aspekt macht deutlich, dass nachhaltiges Handeln bei alltäglichen Entscheidungen beginnt und verbindet historische Praxis mit aktuellen Debatten zu Ressourcenverbrauch und Verantwortung.

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